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IM 17.JAHRHUNDERT
HIESS BORGO GIUSTO SOCCOLOGNORA
Tuscia

Im 17.Jahrhundert hatten die Städte, Städtchen und Dörfer der Toskana andere Namen als die heutigen. Borgo Giusto, das in dieser Zeit entstanden ist, hieß Soccolognora, - Lucca wurde Luca, Garfagnana Carfagnana, und die Versilia Versilla genannt. Die Toskana hieß "Tuscia" (Etrurien), wie aus dem im Vorstehenden abgebildeten Kupferstich von 1601 von Ortelius hervorgeht, den wir unter den Papieren der Epoche gefunden haben. Der heutige Ortsteil Borgo Giusto (nach der Familie Giusti benannt, die sich dort als erste ansiedelte) ist die Rekonstruktion - Stein für Stein - des alten Soccolognora.


DER SCHUSS VON PUCCINI IN BORGO GIUSTO
"Celle ! mein Traum………. Ich sehe vor mir den Ginster und genieße mit vollen Zügen den lieblichen Duft...". Die Biographen von Giacomo Puccini erinnern an die Liebe Puccinis für Celle, seinen Geburtsort in nächster Nähe von Partigliano. Nur wenige wissen (nur unsere Vorfahren, die uns davon an den Winterabenden vor dem Kamin erzählten), daß Giacomo Puccini ein ziemlicher Draufgänger war; in seiner Jugend liebte er über alles die Jagd. Um 1876, als Achtzehnjähriger, hatte er enge Freundschaft mit der Familie Giusti von Partigliano geschlossen und ging mit einigen der sieben Brüder, zwischen denen nur ein geringer Altersunterschied bestand, auf Waldschnepfen-, Drossel- und Amseljagd, von denen es immer viele auf unseren Hügeln gegeben hat. Eines Tages, so erzählt Pia Giusti, die Tochter von Giuseppe, einem der Brüder, die in Cà di Giusti wohnten, war Puccini soeben in Celle aus Lucca eingetroffen, wo er seine Ferien verbrachte. Er konnte es gar nicht abwarten, seine Freunde zu besuchen und stieg, wie gewöhnlich, den Hügel hinauf, der von Celle - über den Fluß Pedogna - nach Partigliano führt. Giacomo Puccini genoß die Sympathie aller Brüder, die ihm abwechselnd das Gewehr liehen. Die Gruppe der Brüder Giusti war nicht nur umfangreich, sondern auch vergnügt und lebhaft : Giosué (1841), Calebbe (1842), Giuseppe (1844), Gamatiele (1847), Noè (1849), Saulle (1851) und Giobbe (1853).



An dem Morgen lieh Giobbe dem zukünftigen Maestro seinen Vorderlader. In der Eile, mit seinem über der Schulter hängenden Brotbeutel loszulaufen, und während er noch mit den Brüdern Giusti scherzte, ließ Puccini (im letzten Stock des Hauses) einen Schuß des sechzehnkalibrigen Vorderladers losgehen, den er in Händen hielt, - der aber zum Glück nur ein großes Loch in der Flachziegelbedachung zurückließ. Nach über einem Jahrhundert (in der Rekonstruktion des Hauses) ist das Loch noch zu sehen, zugestopft mit einem Lappen (damit es zumindest nicht hineinregnete), denn die Brüder Giusti haben es nie reparieren lassen und zeigten es allen mit den Worten :"Da könnt ihr sehen, was der närrische Giacomo angerichtet hat!" Diese nicht gerade musikalische Leistung erbrachte Puccini im Hause Lena ! Er liebte es jedoch auch, seine Abende im Borgo Giusti zu verbringen, wohin ihn die Familie Giusti begleitete, um die Familien der Bauern zu besuchen, die für sie tätig waren.

EINE REKONSTRUKTION, DIE 5 JAHRE GEDAUERT HAT (1995-2000)

REKONSTRUKTION

Im 17.Jahrhundert, als man begann, die ersten, aneinandergereihten Häuser zu bauen, entstand ein kleiner Stadtkern, der von Gassen und Rampen durchquert wurde, die alle auf dem kleinen Platz zusammenliefen. Um diesen Stadtkern herum standen bereits zu der Zeit, - abgesehen von den auf kleinen Landstücken angelegten umliegenden Terrassen, auf denen die Bauern ihre Weinberge und Olivenhaine anlegten - die dichten Kastanienwälder, leuchtend grün in der schönen Jahreszeit, gelb und braun im Herbst, wenn die Kastanien bereits abgefallen waren. In den ersten Jahren des vorigen Jahrhunderts erfuhr das ruhige, reguläre Leben im Borgo bereits die ersten Veränderungen durch die Emigration, vor allem nach England und Schottland, und nach und nach wurde das Dorf fast völlig verlassen. Vor 50 Jahren, anläßlich des Prozesses der Industrialisierung, verließen die letzten Einwohner den Ort auf der Suche nach einer weniger harten und besser bezahlten Arbeit als die landwirtschaftliche, und einem bequemeren und behaglicheren Leben in den modernen Häusern der naheliegenden Städte. Nur wenige erinnern sich heute noch an die ursprüngliche Struktur dieses Dorfes und die Gestalten, die es belebt haben. Als endlich alle Häuser unter Verwendung des hellen Steins restauriert worden waren, mit dem sie ursprünglich gebaut worden waren, und mit dem Namen derer bezeichnet wurden, die dort zuletzt gewohnt haben, da ist der Borgo wie durch einen Zauber wieder aufgelebt. Und so geht noch heute die einfache und antike Geschichte von Ettore Giusti weiter, dem Stammvater der Familie, die sich dort als erste ansiedelte, - oder die von Giosy, von Tosca und vielen anderen.